OpenRemote mit Fibaro

OpenRemote mit Fibaro

23. August 2016 3 31 Von Bastian

Die Fibaro App ist die Schnittstelle zwischen Anwender und Smart Home. Schon ganz nett, aber es geht noch besser. Die für private Zwecke frei verfügbare OpenRemote bietet ein frei definierbares Interface welches zur Steuerung von Geräten und Szenen herangezogen werden kann.

Artikelserie zu OpenRemote

In einer Artikelserie möchte ich das Konzept und die OpenRemote Komponenten vorstellen um einen Eindruck über dieses mächtige Werkzeug im Zusammenspiel mit einem Fibaro Smart Home zu geben. Am Ende der Serie kennst Du die App und die dafür benötigten Komponenten, Du kannst den OpenRemote Controller auf einem Raspberry Pi (und anderer Hardware) installieren sowie eigene Objekte aus dem Fibaro Home Center 2 visualisieren und mit Funktionen hinterlegen.

Wozu das Ganze, warum noch eine App?

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, bietet die Fibaro App unter iOS und Android eigentlich alle Möglichkeiten der Steuerung Deines Smart Home. Neben viel Licht gibt es aber auch viel Schatten. So fehlt es der App meiner Meinung nach an Übersichtlichkeit und Geschwindigkeit. Der Aufbau nach Räumen ist nett und brauchbar, solange man Dinge innerhalb eines Raumes steuern möchte. Der Versuch herauszufinden welche Fenster geöffnet sind, wo das Licht brennt oder welche Werte der Heizplan gerade verfolgt, bedarf einer Menge Klicks. Bei derartigen Aufgaben stößt die App schnell an ihre Grenzen. Die Folge: Du greifst auf das Webinterface zurück und scrollst Dich durch eine immer länger werdende Liste von Devices und Szenen.

openremote-logo

OpenRemote

OpenRemote ist ein Open Source Projekt einer gleichnamigen Firma aus den USA. 2008 gegründet beschäftigt sich die Community mit der Vernetzung von Komponenten unterschiedlicher Hersteller und Protokolle. Sowohl proprietäre als auch offene Kommunikationsstandards sind implementiert und warten auf die Nutzung. Die Firma OpenRemote finanziert sich durch die Lizensierung der Software für Gerätehersteller und gewerbliche Nutzer. Für Privatpersonen hingegen ist die Nutzung kostenlos. Gestartet als Infrarot Datenbank Beehive entwickelte sich die Applikation mit Hilfe der Community und den Entwicklern der Firma zu einer offenen Plattform zur Bedienung von Komponenten über eine Vielzahl von Protokollen.

Architektur

Vom Ecosystem rund um OpenRemote war ich anfangs überwältigt. Allerdings eher im negativen Sinne. Es gibt einen Controller, einen Designer, On- und Offline Tools, die Apps, und noch ein paar andere Tools. Im ersten Moment ist diese Architektur kaum zu durchdringen. Um Dir den Start ein wenig zu erleichtern, erkläre ich die Funktionen der für die Anbindung des Fibaro Home Center 2 relevanten Komponenten.

OpenRemote Controller

Das lokale Kernstück einer jeden OpenRemote Installation. Auf zusätzlicher Hardware, also außerhalb der Fibaro Welt laufen alle Stränge zusammen, von hier aus werden Befehle gesendet und die Status der angebundenen Komponenten gesammelt.

OpenRemote Designer

Der Designer ist eine Cloud-Lösung zur Gestaltung der App(s). Dieser wird nicht bei Dir lokal installiert, sondern die erstellten Designs werden auf Anforderung mit dem lokalen Controller synchronisiert.

OpenRemote Apps / Panels

Das Enduser Interface, die App, das Panel. Es werden alle gängigen mobilen Betriebssysteme (iOS, Android, Microsoft) und Browser unterstützt. Die Apps und Panels kommunizieren mit dem lokalen Controller. Von diesem kommt das Design, die Status und die Befehle werden an diesen gesendet.

Weitere Komponenten

Die oben erwähnte Beehive Datenbank ist auch noch Teil der Architektur, da wir aber keine Infrarot Komponenten bedienen wollen, gehe ich auf diese nicht näher ein. Weiterhin gibt es noch (kostenpflichtigen) Support und diverse Services.

Unterstützte Protokolle

Die Herstellerseite gibt (Stand 07/2016) folgende Protokolle und deren Hersteller:

AMX, KNX, Beckhoff, Lutron, Z-Wave, 1-Wire, MiCasaVerde Vera, EnOcean, xPL, Insteon, X10, Keene IR Anywhere, Philips Hue, Philips Pronto, Russound, Sonos, GlobalCache, IRTrans, Kodi/XMBC, VLC, Samsung SmartTV, panStamps, Denon AVR, Marantz AVR, FreeBox, MythTV und RaZBerry.

Dazu kommen die offenen Standards und Protokolle:

HTTP, TCP, UDP, HTTP, Telnet, Serial (RS-232), Shell

Daraus ergibt sich eine stolze Liste an unterstützten Geräten. Für den Einsatz mit dem Fibaro Home Center beschränken wir uns aber weitestgehend auf das HTTP Protokoll. Hier werden GET, POST, PUT und DELETE unterstützt. Also alles was gebraucht wird um mit der API des Home Center 2 Geräte und Szenen zu steuern.

Soweit die Vorstellung der einzelnen Komponenten. Ich hoffe es war nicht zu verwirrend und denke, dass die weiteren Artikel das Zusammenspiel verdeutlichen werden.

Du hast spezielle Herausforderungen?

Du hast eine Idee für die Visualisierung in Deinem Smart Home? Teile sie mir in den Kommentaren mit und ich versuche alle Wünsche im Laufe der Serie zu berücksichtigen.

Der Autor

Moin, ich heiße Bastian und bin Autor dieser kleinen bescheidenen Seite. Zwanghaft, ja fast schon neurotisch beschäftige ich mich seit Jahren mit jedem erdenklichen technischen Schnick-Schnack. Nichts, was einen Stecker hat ist vor mir sicher. So war es klar, dass ich eines Tages das Haus auf den Kopf stellen und alles vernetzen würde.

Da ich bei meinem Vorhaben sehr viel Hilfe und Unterstützung in diversen Foren, Blogs und Boards erfahren habe, möchte ich diesen Blog zum sammeln meiner Smarthome- und Technikerrungenschaften nutzen um der Community zumindest ein klein wenig was zurückgeben zu können.

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