OpenRemote Installation

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In diesem Teil der Artikelserie „OpenRemote und Fibaro“ zeige ich Dir die OpenRemote Controller Installation auf einem Raspberry Pi B+ und gebe einen ersten kleinen Eindruck vom Leistungsvermögen im Zusammenhang mit dem Home Center 2.

Installationsvariante

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten OpenRemote zu installieren. In diesem Artikel wird lediglich der OpenRemote Controller lokal auf dem Raspberry installiert und die cloud-basierte Version der Konfigurationskomponenten verwendet. In einem späteren Artikel wird genauer auf die weiteren Möglichkeiten der Installation eingegangen.

Controller Installation

Die Grundinstallation von OpenRemote ist nicht ganz trivial und es sind einige Dinge zu beachten, damit auf dem Raspberry Pi eine performante und rund laufende Umgebung entsteht. Gute Vorbereitung erspart Dir späteres Suchen nach Lösungen und Software.

Benötigte Hardware

Zur Installation auf dem Raspberry benötigst Du:

  • Raspberry Pi (Empfehlung Pi Modell B+ oder neuer)
  • min. 4 GB SD Karte
  • Mini-USB Netzteil
  • Netzwerkkabel oder ggf. ein WLAN Modul (Beim Pi3 inklusive)

Benötigte Software

Es werden einige Software Pakete zum Betrieb der Komponenten benötigt, einige aber auch nur um eine reibungslose Installation zu ermöglichen. Ich versuche die nachfolgenden Links aktuell zu halten. Idealerweise lädst Du alles herunter, bevor Du mit der Installation beginnst und legst es an einem gemeinsamen Ort auf Deiner Festplatte ab:

* Stand August 2016 ist die Version 2.5.0 die aktuellste stable Version. Diese ist jedoch nicht unter www.openremote.org zu finden, sondern unter gitHub verlinkt.

Raspberry Pi Betriebssystem

Die Installation des OS auf dem Raspberry erledigen wir mit dem vom Hersteller bereitgestellten Tool NOOBS. Dabei handelt es sich sozusagen um ein Boot-Devices mit dessen Hilfe ohne viel Aufwand ein Betriebssystem auf Deinem Raspberry Pi installiert werden kann. Um NOOBS zu verwenden formatieren wir eine Micro SD Karte mit dem Programm SD Formatter und den folgenden Einstellungen:

SD Formatter

Die Optionen des SD Formatter

Wichtig ist, dass am Ende eine FAT Partition auf der SD Karte zu finden ist. Anschließend den Inhalt des NOOBS Archives ins Root Verzeichnis der Karte kopieren. Die fertige SD Karte legst Du in den Raspberry, versorgst diesen per HDMI mit Monitor/Fernseher sowie Tastatur und Strom. Dieser bootet nun in NOOBS und wir können das zu installierendes Betriebssystem wählen.

Wähle Raspdebian aus (die Auswahl ist ja übersichtlich) und klicke auf Install (i). Nun installiert NOOBS das Linux Betriebssystem Debian auf der eingelegten SD Karte. Dies dauert, je nach Geschwindigkeit der Karte einige Minuten. Nach der Installation und dem Klick auf Finish startet der Raspberry neu und Du landest nach dem Boot im in der grafischen Oberfläche von Raspdebian.

Netzwerkverbindung

Nun gilt es den Raspberry mit Deinem WLAN (LAN weiter unten) zu verbinden. Mit einem Klick auf das Netzwerksymbol in der oberen rechten Ecke kannst Du Dein Netzwerk auswählen und wirst nach dem Schlüssel gefragt.

Verbindest Du den Raspberry per Kabel mit dem Netzwerk brauchst Du nichts weiter zu tun, denn der Pi hat sich bereits mit Deinem Netzwerk verbunden und von Deinem Router eine IP Adresse bekommen.

Für die nächsten Schitte benötigst Du die IP Adresse Deines Raspberry. Am einfachsten bekommst Du diese indem Du mit der Maus erneut auf das Netzwerksymbol fährst. Nach einem kleinen Moment wird Dir ein Fenster angezeigt in dem die IP Adresse steht. Bei mir ist es die 10.10.10.30/24.

Langfristig ist es sinnvoll, dem Raspberry Pi eine statische Adresse zu geben.

Verbinden mit Putty

Um die Bedienung des Raspberry Pi ein wenig zu vereinfachen kannst Du Dich mit dem vorher heruntergeladenen Tool Putty mit dem Raspberry verbinden. Die Konfiguration kann aber auch direkt auf der Raspberry Oberfläche erfolgen.

Dazu öffnest Du die Putty.exe und gibst die IP Adresse in das Eingabefenster ein und klickst auf Open. Es erscheint eine kurzer Sicherheitshinweis der sagt, dass die lokale Putty Installation den Raspberry noch nicht kennt. Diese mit Ja bestätigen und die Verbindung wird hergestellt.

Putty

SSH Verbindung zum Pi

Nach der erfolgten Verbindung wirst Du aufgefordert Dich anzumelden. Der Benutzername lautet pi und das Passwort raspberry. Hast Du Dich erfolgreich angemeldet, bekommst Du folgendes Bild zu sehen:

Putty Anmeldung am Pi

Putty Anmeldung am Pi

Benutzer mit Administrativen Rechten

Der Benutzer Pi ist ein normaler Benutzer oder administrative Rechte auf dem System. Um die benötigten Root-Rechte zu bekommen ist es entweder notwendig für den Benutzer root ein Passwort zu vergeben oder Befehle für die erhöhte Rechte benötigt werden mittels sudo auszuführen. In dieser Serie wird die sichere (und einfachere) Variante sudo verwendet. In der Grundinstallation ist der Benutzer pi bereits zur Nutzung von sudo berechtigt.

Aktualisierung des Betriebssystems

Jedes Betriebssystem braucht Updates. Um das Betriebssystem auf den aktuellen Stand zu bringen sind nun ein paar Schritte notwendig. Als erstes musst Du die Liste der verfügbaren Software herunterladen. Dies geschieht mit dem Befehl

sudo apt-get update

Es erscheint eine lange Liste von Urls und der Raspberry aktualisiert sein Software Repository. Dies dauert je nach Internetverbindung und Geschwindigkeit Deiner SD Karte einen Moment.

Mit dem nächsten Schritt bittest Du Raspberry die Liste der installierten Software mit der Liste der verfügbaren Software zu vergleichen und Dir anschließend die Software auszugeben die aktualisiert werden kann. Dies machst Du mit dem Befehl

sudo apt-get upgrade

Ist der Vorgang abgeschlossen, erscheint eine Liste mit der zu aktualisierenden Software und die Ja/Nein Frage, ob Du diese installieren möchtest. Diese beantwortest Du mit Ja bzw. Yes und holst Dir einen Kaffee 😉 oder auch zwei oder drei.

Nach erfolgreicher Installation der Updates sollte der Raspberry Pi einmal neugestartet werden. Dies geschieht durch den Befehl

sudo reboot

Verzeichnisse erstellen und Dateien kopieren

Für die weitere Installation benötigst Du die zuvor heruntergeladenen Datei auf dem Pi. Dafür wird WinSCP benötigt. Dies installierst Du auf Deinem Windows Rechner und startest es.

Die Anmeldung wie bei Putty durchführen, also IP Adresse und pi/raspberry als Benutzer und Kennwort. Nun siehst Du auf der linken Seite die Dateien auf Deinem Rechner und rechts das Home-Verzeichnis den Benutzers pi.

WinSCP

WinSCP Verbindung zum Pi

Auf der linken Seite wählst Du nun das Verzeichnis aus in dem Du die Downloads platziert hast. Und auf der rechten Seite wechselst Du in das Verzeichnis /home/pi/. Dort erstellst Du durch klicken der rechten Maustaste und dem Punkt Neu – Verzeichnis das Verzeichnis openremote.

Das kopieren der Daten erfolgt per Drag&Drop. Wechsle also auf der linken Seite in das Verzeichnis in dem Du den OpenRemote Controller gespeichert hast und ziehe die Datei auf den Ordner auf der rechten Seite.

OpenRemote Controller Installieren

Zuerst musst Du den Controller entpacken

cd /home/pi/openremote
unzip OpenRemote_Controller.zip

Bevor der Controller gestartet werden kann muss noch ein zusätzliches Programm installiert und eine Datei kopiert werden. Dafür führst Du folgende Befehle aus

sudo apt-get install librxtx-java

Nun ist der OpenRemote Controller bereit für seinen ersten Start. Du startest ihn folgendermaßen

cd /home/pi/openremote/OpenRemote-Controller-2.5.0/bin/
sudo chmod +x openremote.sh
./openremote.sh run

Der Controller startet nun und ist fertig sobald am Ende die Meldung INFO: Server startup in XXXX ms erscheint.

Controller Test

Teste den Controller indem Du in Deinem Browser die Adresse http://IP-DES-PI:8688/controller (IP-DES-PI gegen die IP Adresse ersetzen) aufrufst.

OpenRemote Controller Login

OpenRemote Controller Login

Erscheint dieses Bild, hast Du erfolgreich den OpenRemote Controller auf Deinem Raspberry installiert. Um den Controller zu beenden einfach Strg+C drücken. Der Application Server fährt dann sauber herunter.

Nächster Artikel

Als kleinen Vorgeschmack auf die nächsten Artikel der Serie hier ein paar Screenshots von fertigen OpenRemote Oberflächen. Fast jeder Pixel der Oberfläche lässt sich mit Visualisierungen und/oder Aktionen belegen. Ganz so detailliert wird dieses Tutorial nicht enden, aber es zeigt was möglich ist.

Open Remote Sample

Beispielkonfiguration 1

Open Remote Beispiel 2

Beisielkonfiguration 2

Der nächste Teil der Serie beschäftigt sich mit dem OpenRemote Designer. Dort erfährst Du welche Accounts benötigt werden um mit OpenRemote Deine App zu erstellen.

Posted in OpenRemote.

11 Comments

  1. Pingback: Node-Sonos-HTTP-API Installation | Mein kleiner Smart Home Blog

  2. Wie kann ich die neuste Version laden ? Finde den direkten downloadlink bei Github nicht :(.
    Kannst du den Artikel auf die aktuelle Version anpassen ? Es gibt doch schon eine aktuellere Version …

  3. Sorry aber was genau davon muss ich laden ? Ist der downloadbutton oben rechts in Grün Clone or download ?
    Openremaote, Webconsole, Controller, Designer, Beehive, Documentaion ? Was davon wird alles benötigt ….

  4. Hallo Bastian,

    ich hatte Open Remote seiner Zeit mal getestet, aber nie wirklich umgesetzt.
    Jetzt beschäftigt es mich wieder, da ich gerne unser Home mit einem Tablet und einer Gesamtübersicht steuern will.
    Beim Testen konnte ich feststellen, dass Open Remote auch über Wlan mit den Z-Wave-Komponenten funktioniert, wenn man das Passwort für die HC2 hinterlegt. Da der Designer aber online ist, weiß ich nicht, was ich davon halten soll.
    Wäre es nicht schlauer, einen Z-Wave-Stick für den Raspberry zu holen?
    Wie hast Du es gelöst? Ausschließlich über W-Wlan? Und falls Stick: mit oder ohne Lizenz etc.? Da gibt es ja doch eine kleinere Auswahl.

    Danke.
    Gruß.

    • Moin Mr. Coffee,

      die Eingabe des Passwortes in den Cloud-Designer ist eine berechtigte Kritik an OpenRemote.
      Jedoch gewähr eich ich dem Hersteller an dieser Stelle einen Vertrauensvorsprung. Zumal die im Designer erstellten Remotes ja nicht aus der Cloud heraus genutzt werden, sondern erst auf Deinen lokalen Server übertragen werden.

      Wie meinst Du das mit dem WLAN bzw. Z-Wave Stick?

      Grüße
      Bastian

      • Moin,

        mit OpenRemote kann man direkt vom Raspberry aus mit dem HC2 kommunizieren, wenn man wie geschildert, das PW hinterlegt.
        OpenRemote unterstützt doch aber auch Z-Wave, wenn ich mich recht erinnere. Müsste es dann nicht auch ohne PW gehen, wenn man sich einen Z-Wave-Stick für den Raspberry holt?

        Noch eine andere Frage kommt mir gerade in den Sinn:
        Es scheint noch keinen Alexa Skill für OpenRemote zu geben, oder?
        Ich nutze Alexa nur als AVS auf dem Raspberry, daher geht die Ha-Bridge nicht. Nun fehlt mir etwas die Fantasie, wie ich OpenRemote und Alexa verknüpfen kann.
        Der Fibaro Skill ist ja leider nicht gut.

        Grüße

        • Moin,

          ich habe mich mit OpenRemote und Z-Wave nicht auseinandergesetzt, denn die Devices können nur mit einer Zentrale verbunden werden. Du müsstest also Dein HC aufgeben um OpenRemote mittels Z-Wave steuern zu lassen.
          Was möchtest Du denn mit Alexa in OpenRemote machen? Ich steuere über OR lediglich mein Home Center.

          Gruß
          Bastian

  5. Hi,
    ok. Das habe ich verstanden. Das HC2 möchte ich nicht aufgeben.
    Davon unabhängig kam mir die Idee, das Smart Home über Alexa zu steuern. Der Fibaro Skill überzeugt mich nicht, kann keine Szenen und braucht auch sehr lange. Ich hatte es daher zunächst mit einer HA-Bridge funktioniert, die leider nicht mit meinem virtuellen Alexa funktioniert. Einen echten Echo habe ich nicht, nur eine AVS Version auf dem Raspberry.
    Ein Skill für OpenRemote wäre die Lösung.
    Sag bescheid, wenn wir uns zuweit, von dem eigentlichen Artikel entfernen:-)

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